Dienstag, 25. September 2018

Der Schott: Texte für jeden Tag

Woher weiß ein katholischer Priester eigentlich, welche Texte er in der Messe verwenden soll? Und woher wissen es alle anderen? Natürlich hat das seine bewährte Ordnung. Und die haben wir jetzt auch auf unserer Homepage: Den „Schott“ zum Anklicken.

Grundlage ist das Messbuch für den römischen Ritus (Missale Romanum), das seit 1483 gedruckt wird. Das Zweite Vatikanische Konzil hatte mit seiner Liturgiereform das Missale erneuert und legte die Grundordnung des Kirchenjahres und des römischen Generalkalenders verbindlich fest. Das Meßbuch und die biblischen Texten für den Wortgottesdienst sind also jedem Priester klar, aber auch jeder Laie kann dieser Ordnung folgen. Und zwar im „Schott“.

Der hat nichts mit dem Land der Kiltträger im Norden der britischen Inseln zu tun, sondern mit dem Benediktiner Pater Anselm Schott (1843-1896, Maria Laach). Er brachte erstmals 1884 im Verlag Herder (Freiburg/Brsg.) unter dem Titel „Das Meßbuch der heiligen Kirche“ alle Texte in Deutsch heraus - kurz „Schott“ genannt. Es verzeichnete die hauptsächlichen Texte des Messbuches in einer verkleinerten Form mit eigenen, inoffiziellen deutschen Übersetzungen der lateinischen Texte und Erklärungen zur Liturgie des Kirchenjahres. Das Ziel: Es sollte den Laien ein bewussteres Mitfeiern der Heiligen Messe und des Kirchenjahres ermöglichen.

Der „Schott“ wird bis heute herausgegeben von den Mönchen der Erzabtei Beuron in der Nähe von Schwarzwald und Bodensee, die dort nach der Regel des heilige Benedikt von Nursia leben. Sie beziehen sich auf die Einheitsübersetzung der Bibel und geben tagesindividuelle Einführungen und kurze Impulsmeditationstexte zu den Gottesdiensten und Lesungen von jedem Tag. Wer also bei uns auf das große Kalenderblatt klickt, bekommt das Tagesgebet, einen Impuls zur abgedruckten ersten und zweiten Lesung, die dazwischen gebeteten Psalmen, eine Einführung in das Evangelium, dessen Text und die Fürbitten. Zu Fragen der Auslegung und Exegese der liturgischen Lesungen gibt es außerdem die Seite perikopen.de.

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