Dienstag, 11. Dezember 2018

Tragödie in Münster

Foto: Gebet in der Jugendkirche effata, Foto: Antonius Hamers

Programmänderung im Kirchenmagazin: An einem sicher wieder wunderbaren Morgen wollten wir am Sonntag nach Münster schauen, um über den letzten Stand der Vorbereitungen für den Katholikentag zu berichten. Nun stehen die schrecklichen Ereignissen am Samstag im Mittelpunkt: Ein Kleintransporter raste in eine Menschengruppe und laut Polizei wurden etwa 20 Menschen verletzt, sechs von ihnen schwer. Das Bundesinnenministerium sprach von insgesamt vier Toten - der mutmaßliche Täter soll sich nach seiner Amokfahrt selbst getötet haben. Ob es sich um einen Terroranschlag handelte, war zunächst unklar. Nach Medienberichten handelt es sich bei dem Täter um einen psychisch labilen, 1969 geborenen Deutschen ohne terroristischen Hintergrund.

Der Vorfall ereignete sich am Nachmittag vor einer beliebten Gaststätte unweit von Dom und Lambertikirche. In dem weiträumig abgesperrten Bereich waren Polizisten und Hubschrauber im Einsatz, Rettungskräfte und Notfallseelsorger versorgten die Verletzten. Der Paulus-Dom wurde zur Anlaufstation für Verletzte, Proben für ein am Abend geplantes Orgelkonzert wurde abgebrochen, das Konzert abgesagt. In der Martinikirche, der Jugendkirche „effata“, wurde für die Opfer und ihre Familien gebetet.

„Zutiefst erschüttert und fassungslos" zeigte sich Bischof Dr. Felix Genn: „Wir hatten heute in Münster, wie in ganz Deutschland, den ersten Frühlingstag. Die Menschen haben das herrliche Wetter genossen, und dann geschieht so etwas. Wir kennen die genauen Hintergründe noch nicht. Doch davon unabhängig gilt: Das, was geschehen ist, ist schrecklich. In meinen Gedanken und Gebeten bin ich bei den Opfern und ihren Familien. Ich lade alle Menschen im Bistum Münster ein, sich heute miteinander im Gebet für die Opfer zu verbinden. Mein ausdrücklicher Dank gilt schon jetzt den Einsatzkräften der Polizei und auch den Notfallseelsorgern. Was sie gerade leisten, verdient höchsten Respekt."

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, reagierte ebenfalls entsetzt und äußerte seine Anteilnahme mit den Getöteten und deren Hinterbliebenen. „Der Vorfall in der Katholikentagsstadt in der Osterwoche macht mich fassungslos. Als ZdK und Katholikentag beten wir für die Angehörigen der Opfer und Verletzten“, erklärte Sternberg auf Twitter.

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