Jubeltrubel bei den Salesianern + + + Pater Otto Nosbisch vom Provinzrat
der Salesianer Don Boscos ist in diesen Tagen schwer gefordert. 100
Jahre Salesianer in Deutschland, 50 Jahre Don Bosco-Gymnasium und sein
eigenes Jubiläum: Vor 25 Jahren wurde der ehemalige Postbote zum Priester
geweiht.
in Becchi bei Turin, † 31. Januar 1888 in Turin) gehört neben Adolph Kolping,
Paul Josef Nardini und vielen anderen zu den großen Sozialaposteln des 19.
Jahrhunderts. In dem Spruch „Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen
lassen” spiegelt sich seine Grundhaltung. Trotz großer Schwierigkeiten mit
kirchlicher und staatlicher Obrigkeit gewann Don Bosco viele Mitarbeiter für
die schulische, berufliche und religiöse Bildung von hilfsbedürftigen Mädchen
und Jungen in Turin. 1859 gab er seinen Priestern und Brüdern eine Lebensregel,
die 1874 von Papst Pius IX. anerkannt wurde. Seine neu gegründete Ordensgemeinschaft
nannte er nach seinem Vorbild Franz von Sales „Salesianer”. Von Papst Pius XI.
(1922–1939) wurde Don Giovanni Bosco 1934 heilig gesprochen. Sein Gedenkfest
ist am 31. Januar. Als zweitgrößter Männerorden und drittgrößte
Ordensgemeinschaft der katholischen Kirche engagiert sich die Gemeinschaft der
Salesianer Don Boscos heute mit über 16.000 Mitgliedern in über 1.700 Niederlassungen
in 132 Ländern der Welt für benachteiligte Kinder und Jugendliche durch
Schulunterricht, Berufsbildung und Jugendarbeit. Am 16. August 2015 wurde der
„Vater und Lehrer der Jugend”, wie ihn Papst Johannes Paul II. anlässlich der
Hundertjahrfeier seines Todes nannte, 200 Jahre alt. Papst Franziskus ehrte ihn
2015 mit einem Besuch in Turin ( http://2015.donbosco.de ).
Jubiläum
2016 – 100 Jahre Don Bosco in Deutschland: Vor genau 100 Jahren, noch während des Ersten Weltkriegs, wurde 1916 in
Würzburg die erste Niederlassung der Salesianer Don Boscos in Deutschland
gegründet. Das damalige Haus für Lehrlinge, heute als Berufsbildungswerk eine
Einrichtung der beruflichen Erstausbildung und der gesellschaftlichen
Rehabilitation für rund 400 junge Menschen, ist das älteste in Deutschland
existierende Salesianerhaus – und damit die Keimzelle des deutschen Don Bosco
Werks. Die 1919 gegründete Deutsch-(Österreichisch-)Ungarischen Provinz mit
Sitz in Wien und schließlich in München wurde 1935 in die eigenständige
Provinzen Deutschland und Österreich geteilt. Einige Jahre später schließlich
entstanden die Norddeutsche Provinz mit dem Provinzialat in Bendorf, später
Köln, und die Süddeutsche Provinz mit Sitz in München; beide schlossen sich im
August 2005 wieder zur heutigen Deutschen Provinz der Salesianer Don Boscos mit
Sitz in München zusammen. In Deutschland arbeiten die Salesianer Don Boscos zur
Zeit mit rund 400 Ordensangehörigen in etwa 40 Niederlassungen, 35
Einrichtungen der Erziehungshilfe und Berufsbildung, Schulen, Jugendwohnheime
und Einrichtungen der offenen Jugendarbeit in Brennpunktgebieten. Im oberbayerischen
Benediktbeuern befindet sich ein Aktionszentrum, eine Jugendherberge und das
Zentrum für Umwelt und Kultur, in Bonn die Missionsprokur. Die Salesianer
beschäftigen in Deutschland rund 1.600 Mitarbeiter.
Die
Salesianer in Essen: 1921 begannen die
ersten vier Salesianer in Essen mit einer Offenen Tür („Oratorium“) und einer
Wohnstätte für junge, mittellose Bergleute. Doch auch Bildung stand auf dem
Plan der „Padders“ wie sie dort genannt werden – für junge Männer, die ihre
Zukunft im Orden sahen. Daraus entstand 1966 in Trägerschaft der Salesianer das
Don-Bosco-Gymnasium als reine Jungenschule, die bis 1999 als letzte staatlich
anerkannte höhere Schule in Nordrhein-Westfalen nicht für Mädchen zugänglich
war. Mittlerweile besuchen etwa 40 Prozent Mädchen die Anfangsklassen. Immer
noch übersteigt die Nachfrage das Angebot des Gymnasiums, das mit derzeit rund
830 Schülern in sein 50. Jubiläumsjahr ging. 1977 entstand auf dem Gelände an
der Theodor-Hatz-Straße der Jugendtreff „Don-Bosco-Club“, später die
Jugendberufshilfe-Einrichtung „Die Boje“. Die vor über 25 Jahren aus einer
Initiative des Schülerrates entstandene Aktion „Werkzeug für Haiti“ gilt als
Beispiel für das Prinzip des Ordens, nach dem durch den Einsatz für junge
Menschen diese später auch für soziales Engagement gewonnen werden sollen.
Jüngstes Projekt des eigenen DJK-Sportvereins ist der Box-Club, bei dem 50-60
Jugendliche unter professioneller Anleitung trainieren. Die örtliche
Don-Bosco-Familie hat 75 Mitglieder plus etwa 50 ehrenamtliche Mitarbeiter im
„Don Bosco Club“ und 30 Ehrenamtliche am Gymnasium.
Unser
Gesprächspartner: Pater Otto Nosbisch,
Jahrgang 1959, stammt aus der Eifel und machte nach der Hauptschule zuerst eine
Lehre bei der Post, bevor er 1977 zu den Kölner Salesianern im Stadtteil
Mülheim ging. Nach der Priesterweihe 1991 wurde er Leiter der dortigen Offenen
Tür, wechselte dann an das St. Johannes-Stift in Essen-Borbeck. Seit 2008
leitete er das Haus Don Bosco in Calhorn und kehrte 2015 als Direktor nach
Essen zurück. Der Berufungsbeauftragte für die deutsche Provinz des Ordens
gehört auch der Deutschen Ordensleitung an. Am Sonntag, 3. Juli, feiert P. Otto
Nosbisch mit einem Festgottesdienst und anschließender Begegnung sein
25-jähriges Priesterjubiläum.
Kontakt: St. Johannesstift, Theodor-Hartz-Straße 15, 45355 Essen. Adressen:
Gymnasium, Tel. 0201 / 68503–43, Fax 0201 / 68503–66; Pfarrei St. Johannes
Bosco: Theodor-Hartz-Str. 8-10, 45355 Essen, Tel. 0201 / 610607, Fax 0201 /
6144324. Mehr zu Don Bosco und den Salesianern (SDB): www.salesianer.de , www.donbosco.de , www.come-to-bosco.eu .
